Lutherweg

Lutherbrunnen vor dem Dom

Wurzen ist eine Station auf dem Lutherweg in Sachsen. Der Lutherweg führt - wie auch der Jakobspilgerweg - durch die sehr schöne, sehenswerte Altstadt von Wurzen zum Dom St. Marien.

Martin Luther ist zwar selbst nicht in Wurzen gewesen - vermutlich hat ihn die Existenz der im Wurzener Schloss residierenden katholischen Stiftsregierung davon abgehalten, Wurzener Boden zu betreten. Trotzdem hat der Reformator Martin Luther auch Wurzen mit dem Dom St. Marien geprägt. Seit 1542 werden im Dom evangelische Gottesdienste abgehalten. Das ist insofern bemerkenswert, weil die katholischen Bischöfe noch bis 1581 nebenan im Schloss residierten.

Vor dem Dom steht der sogenannte Lutherbrunnen mit einem Porträt von Martin Luther und mit steinernen Bänken, die zur Rast einladen. Stifter des Brunnen waren das Domkapitel und angesehene Wurzener Bürger, der Kommerzienrat August Schmidt, Justizrat Eduard Taubert, Schuldirektor Oskar Burkhardt, Steinbruchbesitzer Georg Zimmermann und Dipl. Ing. Reinhard Klinkhardt.


Bronzerelief Martin Luthers von G. Wrba

Im Dom ist Luther mehrfach präsent. Im Westchor ist am Geländer der Sängerempore ein Bronzerelief mit dem Bildnis von Martin Luther angebracht, auf dem der Liedanfang seines berühmten Liedes "Ein feste Burg ist unser Gott" zu lesen ist. Dieses Bronzerelief ist ein Teil der 1931/32 von Prof. Georg Wrba geschaffenen Innenausstattung des Domes.

Ein Ururenkel von Martin Luther, Johan Martin Luther (11.11.1619 - 13.7.1669), Eigentümer des Rittergutes im benachbarten Hohburg, war von 1649 bis zu seinem Tod 1669 Stiftsherr im Wurzener Dom. An ihn erinnert im Ostchor eine in schwarzem und weißem Marmor gefasste Gedenktafel. Von seiner ersten Frau Regine, geborene Leyser, die am 8.10.1653 starb, existiert eine gut erhaltene Grabplatte ,die gleich hinter dem Windfang im südlichen Seitenschiff aufgestellt ist. Ein kleiner Hinweis für Luther-Forscher: Johan Wilhelm Luther, Sohn aus zweiter Ehe des Johan Martin Luther mit Margarete Sophie, geborene Hülsemann, war ebenfalls Stiftsherr im Wurzener Dom.

Gedenktafel Johan M. Luthers - Foto: A. Baumgärtel

In den Archivräumen (nur nach Absprache zu besichtigen) existiert eine kleine Lutherbüste aus Meißner Porzellan, die im Reformations-Jubiläumsjahr 1817 entstand. Die Inschrift auf der Vorderseite des Sockels lautet: LVTHERO POST TRIA SECVLA NEPOTUM PIETAS MDCCCXVII. Weiterhin existiert im Archiv eine Gedenkmedaille von 1630 mit einem Porträt von Martin Luther. Auf deren Rückseite ist zu lesen: "IETZT IUBILIRT DIE CHRISTENHEIT; UND DANCKT GOTT FUR DIE GNADENZEIT: DA D: LUTHERS HAND UND MUND; SEIN WORT DER KIRCHEN MACHTE KUNDT".

Wer sich mit weiteren Aktivitäten Martin Luthers außerhalb des Domes in Wurzen befassen möchte, der informiere sich über die sogenannte "Wurzener Fehde", die auch als "Fladenkrieg" in die Geschichte einging und durch Vermittlung von Martin Luther friedlich beendet wurde.

Das Domkapitel wünscht allen Wanderern auf dem Lutherweg einen angenehmen Aufenthalt im Dom St. Marien zu Wurzen.